Corona-Problem Hauptversammlung

CORESTATE gab eben bekannt, ihre Hauptversammlung zu verschieben. Auch bei den meisten heimischen Immo-AGs steht dieses Ereignis an. Das ist jetzt natürlich ein Problem.

CMS Reich-Rohrwig Hainz hat heute dazu einige interessante Informationen verschickt:

Zwingt Covid-19 dazu, Hauptversammlungen abzusagen?

Laut Homepage des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (www.sozialministerium.at) werden zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 Veranstaltungen gänzlich untersagt, weil sich an keinem Ort mehr als fünf Menschen auf einmal treffen sollen. Deshalb dürfen Hauptversammlungen nicht durchgeführt werden, wenn mehr als fünf Personen teilnehmen. Bei den meisten Gesellschaften, insbesondere bei Publikumsgesellschaften, empfiehlt sich daher eine Verschiebung der Hauptversammlung.

Bestünde nicht die Möglichkeit Zugangsbeschränkungen einzuführen?

Grundsätzlich ist jeder Aktionär zur physischen Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Einzelne Aktionäre können zwar von der Hauptversammlung ausgeschlossen werden, wenn sie den Ablauf beträchtlich stören, aber nicht um die behördliche Teilnehmerzahl einzuhalten.

Sollte sich die Situation nicht bald entspannen, könnte es für manche Gesellschaften schwierig werden, die ordentliche Hauptversammlung abzuhalten?

Solange ein Versammlungsverbot besteht, geht dieses der Pflicht zum Abhalten der Hauptversammlung vor. Deshalb sind auch keine Zwangsstrafen zu befürchten, wenn die gesetzliche 8-Monats-Frist nach Ende des Geschäftsjahres überschritten wird. Denn die Pflicht zum Abhalten der ordentlichen Hauptversammlung wird durch die Pflichten nach dem Epidemiegesetz overruled. Es wird aber einer guten Corporate Governance entsprechen den Jahresabschluss, sobald er fertiggestellt und geprüft ist, auf die Homepage zu stellen und zur Abholung aufzulegen.

Könnte eine Aktiengesellschaft ihre Hauptversammlung nicht einfach elektronisch abhalten?

Eine rein virtuelle Hauptversammlung im Cyberspace lässt das Aktiengesetz derzeit nicht zu. Aber auch elektronische Kommunikationsmittel dürfen begleitend zur Präsenzversammlung nur eingesetzt werden, wenn dies die Satzung erlaubt. Fehlt die Erlaubnis der Satzung, muss daher zuerst in einer – physisch abzuhaltenden – Hauptversammlung die Satzung entsprechend geändert werden.

Zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass es empfehlenswert ist, elektronische Kommunikationsmittel zu verwenden?

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass elektronische Kommunikationsmittel ihren Beitrag dazu leisten, die Entscheidungsfähigkeit der Gesellschaft zu jeder Zeit sicherzustellen. Auf Grund anderer Gefahren sollte man nicht ausschließlich auf elektronische Kommunikationsmittel angewiesen sein; von vornherein auf sie zu verzichten kann aber von Nachteil sein.

Müssen nach der Aufhebung des Versammlungsverbots besondere Maßnahmen bei Hauptversammlungen ergriffen werden?

Es empfiehlt sich für ausreichende Hygienemaßnahmen zu sorgen, etwa auch durch das Aufstellen von Desinfektionsmitteln oder das Verteilen von Desinfektionstüchern.

Deutsche treffen sich zu Jahrestagung, um Corona zu diskutieren

Einigermaßen skurril finde ich das: In Deutschland will die Immobilien Investment Akademie (IIA) auf ihrer Jahreskonferenz Anfang April die Auswirkungen von Covid-19 diskutieren.

Konkret will sie „das Thema „Covid-19 und die wirtschaftlichen Auswirkungen“ in den Mittelpunkt der Tagung stellen“, heißt es in der Aussendung vom 10. März 2020. Die IIA erwartet rund 250 Teilnehmer.

Bei uns schließen Schulen, Museen, Unis etc. und die wollen sich in realiter treffen, um Viren schneller auszutauschen – eigenartig, die sonst so peniblen Deutschen … Aber immerhin, ein Tagungspunkt beschäftigt sich auch mit: „Szenarien bezüglich Firmen- und Privat-Insolvenzen“.

Heimo Rollett kauft eine Hose und geht mit sich essen

Der Vienna Airport gespenstisch still, der MIPIM-Bomber am Dienstag nach Nizza praktisch leer. Jede U-Bahn ist derzeit gefährlicher als nach Cannes zu fliegen. Die MIPIM ist abgesagt, ich schau es mir trotzdem an, weil als digitaler Nomade ist mir ja wurscht, wo ich arbeite. Und ich sag’s Ihnen: Es ist herrlich. So normal. Die Preise nur übertrieben und nicht komplett irre. Die Menschen entspannt, Touristen, wie sie an die  Côte d’Azur gehören. Nur ganz vereinzelt trifft man Immobilien-Typen. Kennt man auch ohne Bandl um den Hals sofort heraus, naja, eine eigene Spezies halt. Aber jeder hat Zeit, alles ist gelassener und die wenigen Gespräche, die ich führe, sind sehr gut. 

Zahlt es sich also aus herzufahren? Absolut nicht. Als Journalist finde ich immer Stoff zum Schreiben. Aber der dichte Terminplan, der die enormen Ausgaben rechtfertigen würde, kommt nie und nimmer zustande. Die Immo-Menschen muss man schon wirklich wie im Wimmelbild suchen.

Ich pflege unterdessen zum ersten Mal seit Anbeginn meiner MIPIM-Karriere, auch mal alleine was essen zu gehen, es zu genießen und weil diesmal sogar Zeit für ein Privatleben bleibt, habe ich mir eben spontan eine Hose gekauft. Die Nicht-MIPIM 2020 ist herrlich! À bientôt!

Ein Preis und viel Arbeit

Also, dass das Wall Street Journal den FIABCI Prix d’Excellence als “Oscar of the property world” bezeichnet, stimmt nur halb. Es handelt sich um eine bezahlte Anzeige, in der davon gesprochen wird. Und wenn wir schon von Qualität reden, wollen wir Promotion-Strecken und Redaktion schon auseinander halten.

Nichts desto trotz geht es bei dem Preis, der exzellente Immobilien auszeichnet, durch und durch um Qualität. Der Award wird weltweit verliehen, jedes FIABCI-Land entwickelt aber eigene Bewertungskriterien. Die klingen in Österreich durchaus sinnvoll. Eine zehnköpfige Jury bewertet die eingereichten Gebäude in fünf Kategorien (Wohnen, Gewerbe, Hotel, Altbau, Spezialimmobilien) mittels folgender Kriterien:

Projektkonzept, Projektentwicklung, Architektur, Nachhaltigkeit, Innovation und Nutzungsperspektiven, Integration in das Umfeld, Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Relevant, Projektabwicklung, Logistik und Prozesse, Finanzen, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Marketing und Kommunikation.

Dass das für die ehrenamtlichen Juroren nicht leicht ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als Jury-Mitglied des damaligen Austrian FM Awards ackerte ich mich durch unzählige Unterlagen, besichtigte sehr unterschiedliche Gebäude und versuchte in der Diskussion diese zu vergleichen und zu bewerten.

Da macht eine vielköpfige Jury und der Diskurs schon Sinn, um Herausragendes auszufiltern und auszuzeichnen. Und deswegen halte ich den FIABCI Prix auch für wichtig, denn neben häßlicher Investorenarchitektur gibt es auch geniale Immobilien, die die Nutzer ernst nehmen. Und die gehören voller Stolz vor den Vorhang!

Eingereicht können Projekte bits 3. Juni 2020 werden. Details hier.

DIE MIPIM IST ABGESAGT und vorerst auf Juni verschoben.

light+building abgesagt

Aufgrund der verstärkten Verbreitung des Coronavirus in Europa hat sich die Messe Frankfurt für die Verschiebung der Light + Building entschieden. Die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik findet jetzt neu zwischen Mitte und Ende September 2020 in Frankfurt am Main statt.

Another friendly Alien

Inmitten der Grazer Altstadt setzt das von Zaha Hadid geplante und der WEGRAZ realisierte architektonische Leuchtturmprojekt ARGOS avantgardistische Zeichen. Die City of Design ist um eine neue Sehenswürdigkeit und ein innovatives Beherbergungskonzept reicher. Letzte Woche wurde das spektakuläre Haus eröffnet. Dank der guten Zusammenarbeit mit allen Gewerken unter Generalplanung von Architekt Martin Cserni verkörpert ARGOS nun, knapp vier Jahre nach Baubeginn, die logische Fortführung der bewährten WEGRAZ-Philosophie: „Wertvolle Bauten zu erhalten, hochwertige Baukunst in der Stadt in der wir leben zu schaffen UND innovative Nutzungskonzepte zu realisieren“, so WEGRAZ Geschäftsführer Dieter Johs.

Kernnutzung des Hauses sind 21 servicierte Apartments mit einem, in dieser Form und Qualität in der Grazer Innenstadt einzigartigen Wohn- und Beherbergungskonzept. In den komplett ausgestatteten Apartments genießen ARGOS-Gäste privates Wohngefühl, gepaart mit exklusivem, individuell wählbaren Hotelkomfort – vom Frühstücks- bis zum Reinigungs- und Wäsche-Service, von Botengängen bis zum Concierge-Service …

Im Erdgeschoß hat der international erfolgreiche Innenausstatter CSERNI einen modernen Showroom eingerichtet. Individuelle Privatkunden und Architekten stoßen in der inspirierenden Atmosphäre des Gebäudes auf kompetente Beratung und eine umfangreiche Musterbibliothek. „Mit dem Cserni live Schauraum haben wir eine Anlaufstelle für unsere Kunden in Graz geschaffen, in der Muster und Materialen vor Ort kombiniert, gespürt und erlebt werden können“, freut sich Arch. Martin Cserni, Eigentümer der Cserni Group.

Sein Büro zeichnet auch für die Umsetzung des komplexen Gebäudes als Generalplaner verantwortlich. Es ist nicht das erste von Zaha Hadid geplante Gebäude übrigens, das Cserni gekonnt mit stilvoller Atmosphäre belebt. Der internationale Traditionsbetrieb mit steirischen Wurzeln fertigte ebenso das Interieur für das Library and Learning Center am WU Campus Wien nach den Entwürfen der weltberühmten Architektin wie auch wesentliche Teile des Innenlebens der Elbphilharmonie in Hamburg nach dem Design der Architekten Herzog & de Meuron. Zu weiteren Referenzen zählen etwa die Do & Co Allianz Arena in München, das Motto am Fluss, das Sofitel oder die OPEC in Wien.

Neben dem Kunsthaus hat Graz nun noch ein mutiges Gebäude, das mutig anders ist, aber sich dennoch in die Altstadt eingliedert – Respekt!

Fotos: WEGRAZ

Die höchsten Mieten

sind Mietwohnungen in Wien. Der durchschnittliche Quadratmeter-Angebotspreis liegt laut willhaben-Erhebung bei 19,3 Euro in der Inneren Stadt. Auf Platz zwei im Ranking der teuersten Durchschnittsmieten liegt Innsbruck (17,6 Euro) dann folgt Kitzbühel (16,2 Euro).

Family Offices wollen mehr Immobilien

Der durchschnittliche Immobilienanteil von Family Offices liegt bei 34 % und soll sich auf 36,5 % im Jahr 2021 und 42 % im Jahr 2025 erhöhen (zum Vergleich: bei Multi-Asset-Investoren ca. 10 %). Knapp die Hälfte der von Catella Befragten (46 %) ist schwerpunktmäßig im Bereich Core+ investiert.

Köpfe in neuen Positionen

Findheim holt sich den Digital-Experten Cristian Busoi (42), der justimmo zur absoluten Erfolgssoftware machte. Bei dem Wiener PropTech-StartUp findheim ist Busoi nun als Head of Business Development tätig.

Auch beim Immobilien-Asset- und Investmentmanager GalCap Europe gibt es einen Neuen: David Hofer (37) bekleidet die neu geschaffene Position des „Director Transactions“. Hofer ist somit zukünftig zuständig für die An- und Verkaufsaktivitäten aller von GalCap beratenen Vehikel. Sein Fokus liegt auf dem Ausbau des Wohn- und Büroportfolios in Österreich und dem weiteren Ausbau des weitgespannten internationalen Netzwerkes des Unternehmens.

Pendlerbereitschaft

Für den Traumjob sind die Österreicher bereit im Durchschnitt täglich 76 Kilometer zu pendeln. Rund ein Drittel würde bis zu 100 Kilometer an Fahrtstrecke in Kauf nehmen, wenn der absolute Traumjob winkt. Für weitere 30 Prozent ist eine Strecke zwischen 20 und 60 Kilometer vorstellbar. Das hat eine Studie im Auftrag von ImmobilienScout24 ergeben.

Begrüßungsprognose

Vorgestern ging das 6. Immobilienforum Wien über die Bühne. Wahsinns Programm, kein Vortrag auch nur annähernd schlecht. Top! Ich durfte das Ganze wieder moderieren und hier meine Begrüßung von in der Früh:

„Und nun zum Wetter

Das Sturmtief Sabine klingt heute langsam ab, alle Referenten konnten zum Immobilien Forum Wien 2020 anreisen und erwarten sonnige Ausblicke auf den Wiener Markt.

Die Aussichten: Es weht weiterhin Geld in den österreichischen Immobilienmarkt, vor allem im Wiener Becken sind Höchstwerte bei fertigen Objekten aber auch zunehmend bei Forward Purchases zu erwarten. Der Tiefdruckeinfluss der Renditen bleibt aufrecht, die Anzahl der neuen Objekte rutscht Richtung Null-Grad-Grenze.

Weiterhin bleibt es in allen Asset-Klassen im Zehnjahresdurchschnitt zu warm. Der Retail-Bereich ist nach wie vor wechselhaft, Wohnungen und Logistik erreichen Höchstwerte, im Büromarkt fällt die Schneefallgrenze auf die wenigen verfügbaren Flächen.

Trotz der guten Aussichten, sind allerdings weitere orkanartige Stürme nicht ausgeschlossen und von der Großwetterlage abhängig. Das Tief Donald wütet derzeit über dem amerikanischen Raum, in China ziehen zunehmend dichtere Wolken auf und bis am Abend wird sich der Nebel in Großbritannien nicht auflockern.

In der Wiener Innenstadt kommt es heute zu unangenehmen Böhen, es wird empfohlen im Park Hyatt zu bleiben. Hier hagelt es informative Vorträge, die sich mit sonnigen Kaffeepausen abwechseln.

Mit diesen Aussichten begrüße ich Sie zum 6. Immobilen Forum Wien 2020. Herzlich willkommen.“

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