Zukunft der Makler

Ich entschuldige mich, weil Eigenlob ja gar nicht so meine Sache ist. Aber weil ich jetzt – gut ein Jahr nach Publikation meines Buches – das Vorwort für einen Vortrag morgen auf der FH Kufstein angepasst habe, und es nach wie vor für relevant halte, poste ich es hier mal:

 

“Stellen Sie den Sekt kalt. Egal ob Sie Makler, Immobiliensuchender oder Eigentümer sind: Es wird für alle besser.

Davor muss der Schaumwein aber noch kühlen. Das wird eine taffe Zeit und es gibt viel zu erledigen. Vor allem für die Makler, wenn sie die nächsten zehn Jahr überleben wollen. Lange Zeit waren sie Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage. Plötzlich hat sich das geändert. Die Google-Ökonomie radiert ihre aktuellen Geschäftsmodelle aus, Wertschöpfungsketten werden verdichtet, ineffiziente Märkte verschwinden, siehe Reisebüros, Musikindustrie, Versicherungen … Und obwohl schon jetzt absehbar, werden viele dann auch noch überrascht sein, wenn das Bestellerprinzip kommt – wie die Autofahrer beim ersten Schnee im November. Wer hätte damit gerechnet, dass es justament zu dieser Jahreszeit wieder schneit?

Es gibt viele Wege für Immobilienmakler, sich schon jetzt fit zu machen für die Veränderungen. Die ersten, die Mutigen werden es leichter haben. Jeder, der rechtzeitig antizipiert, gewinnt. Manche von ihnen werden zu Helden. Zum unumgänglichen Berater für ihre gerne zahlenden Kunden, zum selbstverständlichen Verkaufskanal für Abgeber, zum Platzhirsch auf ihrer „Farm“ und zum Internetkaiser. Ach ja, und manche von ihnen werden sterben. Wer weiterwurstelt und sein Geschäftsmodell ohne klaren Kundennutzen und ohne Positionierung aufbaut, der wird die Sektkorken der Ex-Kollegen hören, während er im Warteraum des AMS Löcher in die Luft starrt.

So radikal? Ja. Aber auch so einfach.”