Die Zukunft von Energie & Gebäuden

Über ein Jahr lang hat sich eine Arbeitsgruppe der ÖGNI mit dem Thema „Gebäude und Energie“ beschäftigt. Heraus kam nun ein Positionspapier, das sehens – also: lesenswert ist. Vor allem auch deswegen, weil Experten aus den verschiedensten Fachbereichen ihre Zukunftsvisionen für die Energieversorgung von Gebäuden diskutiert haben. Die Erkenntnisse werden auch schrittweise Eingang in das europäische Qualitätszertifikat DGNB finden.

Das Papier kann hier kostenlos herunter geladen werden.

Realitätsverlust

Übertreiben ist nicht so meins. Auch nicht in speziellen Situationen, gerade dann sollten Medien nicht mehr Hysterie verbreiten als nötig. Aber was soll ich mit diesen Presseaussendungen anfangen?

Da kommen in den letzten Tagen Meldungen rein, die ich nicht verstehe. „Zweisamkeit hinter alten Mauern im sonnigen Vinschgau“ könnte man noch als Quarantäne-Urlaub verstehen (ob unbedingt in Südtirol, ich weiß nicht). Im Vollholz-Chalets im Naturdorf Oberkühnreit „haben bis zu zehn Personen ihr heimeliges Urlaubs-Zuhause“, schwärmt eine andere Aussendung und verweist auf gesellige Grillabende.

Bad Hévíz lädt via Presseaussendung zur Frühlingskur. Muss man halt das Zeitfenster für die Pendler und Heimkehrer an der Grenze erwischen, um sich nach Ungarn zu schmuggeln.

In welcher Realität leben die Agenturen, die sowas ausschicken, denn? Jaja, es wird schon wieder normal werden, aber das ist doch Realitätsverlust.

Wie geht die Hotelindustrie mit der Krise um?

Witzig finde ich, wenn jetzt Immobilienhefte erscheinen, die den großen Hotelboom ankündigen. Da hat wohl wer die Corona-Krise verschlafen …

Gerade für die Assetklasse Hotel ist’s extra brenzlig. Einnahmen im Betrieb: null. Investitionsanreiz: gering. Sorgen für Gebäudeeigentümer: viele.

Beispiel Gorgeous Smiling Hotels GmbH, die müssen mit für 100 Hotels individuelle Lösungen finden. Die Lage ist nach Eigenangaben „prekär und gerade für das extrem schnell expandierende Unternehmen eine riesige Herausforderung“.

Neben Franchiseverträgen mit internationalen Hotelketten, betreibt die Gorgeous Smiling Hotels GmbH immer mehr eigene Marken. Bisher wurden acht eigene Brands – Arthotel ANA, Arthotel ANA Living, The Rilano, Rilano 24|7, Rilano Resorts, Bentō Inn, Roomingtons sowie DesignCity Hotels – am Markt platziert. 

Jetzt grundreinigen

Um den großen Schaden zu minimieren, versucht das Unternehmen auf Kündigungen im Personalbereich zu verzichten und hat auf Kurzarbeit umgestellt. Des Weiteren wird die neue Situation genutzt, die Hotels einer Grundreinigung zu unterziehen, Instandhaltungsarbeiten durchzuführen und alles, was im alltäglichen Betrieb oft liegen bleibt, zu erledigen. Wareneinkäufe und Investitionen, die derzeit nicht relevant sind, werden verschoben.

„Wichtig sind jetzt alle Vorkehrungen für die Zeit „danach“. Wir müssen heute den Kontakt zu unseren Business- und Topkunden sowie den Reiseveranstaltern aufrechterhalten und auf allen Kanälen Buchungsanreize schaffen“, so Holger Behrens, einer der drei Geschäftsführer der Gorgeous Smiling Hotels GmbH.

„Diese absolute Krisensituation ist unberechenbar und nicht greifbar, weil wir nicht wissen, wie lange diese Zwangspause und die Pandemie in unserem Land und auf der Welt anhalten wird“

Holger Behrens

Anlässlich der katastrophalen Umstände auch im Krankenhausbereich und die stetig steigenden Zahlen an Corona-Infizierten, führen die Betreiber der Gorgeous Smiling Hotels GmbH derzeit Gespräche, vereinzelte Hotels zu provisorischen Stationen um zu funktionieren. 

„Die Krankenhäuser sollen genug Kapazitäten für Intensivpatienten bereithalten können, und wir als Hoteliers möchten gerne unseren Beitrag leisten und Betten für leichtere Fälle zur Verfügung stellen. Es ist wichtig in solch´ einer Zeit, zusammen zu halten und zu helfen. Eine Entlastung der Krankenhäuser wäre dann wenigstens gewährleistet“, so Heiko Grote, ebenfalls Geschäftsführer der Gorgeous Smiling Hotels.

Das Bild oben zeigt das ers­te Hotel der Eigen­mar­ke Design­Ci­ty, das Mai­son Schil­ler in München. Credit: Gorgeous Smiling Hotels GmbH

Prozessfinanzierer für Mietzinsentfall

Schnell auf die aktuelle Situation reagiert hat Mietheld. Der Prozessfinanzierer verspricht:

Konkret kann jetzt jeder seinen gewerblichen Miet- bzw. Pachtvertrag und dazugehörige Daten auf www.mietheld.at/unternehmen übermitteln und die gewünschte Vorgehensweise auswählen. Anschließend finanziert Mietheld einen spezialisierten Rechtsanwalt, der eine individuelle Fallprüfung anhand der Daten vornimmt und dem Kunden die entsprechende rechtliche Auswertung übermittelt.

Die von Mietheld finanzierte Rechtsvertretung kann den Vermieter anschließend über die Rechtslage aufklären und einen Vergleich über einen neuen, reduzierten Mietzins erzielen, wobei eine Erfolgsprovision von 35% des Ersparnis fällig wird. Bei mangelnder Kompromissbereitschaft des Vermieters setzt ihn der Rechtsanwalt über die Fortsetzung der Zahlung unter Vorbehalt einer Rückfoderung oder über die gänzliche Aussetzung in Kenntnis. 

Die komplette Presseaussendung dazu lesen Sie hier.

Corona-Problem Hauptversammlung

CORESTATE gab eben bekannt, ihre Hauptversammlung zu verschieben. Auch bei den meisten heimischen Immo-AGs steht dieses Ereignis an. Das ist jetzt natürlich ein Problem.

CMS Reich-Rohrwig Hainz hat heute dazu einige interessante Informationen verschickt:

Zwingt Covid-19 dazu, Hauptversammlungen abzusagen?

Laut Homepage des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (www.sozialministerium.at) werden zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 Veranstaltungen gänzlich untersagt, weil sich an keinem Ort mehr als fünf Menschen auf einmal treffen sollen. Deshalb dürfen Hauptversammlungen nicht durchgeführt werden, wenn mehr als fünf Personen teilnehmen. Bei den meisten Gesellschaften, insbesondere bei Publikumsgesellschaften, empfiehlt sich daher eine Verschiebung der Hauptversammlung.

Bestünde nicht die Möglichkeit Zugangsbeschränkungen einzuführen?

Grundsätzlich ist jeder Aktionär zur physischen Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Einzelne Aktionäre können zwar von der Hauptversammlung ausgeschlossen werden, wenn sie den Ablauf beträchtlich stören, aber nicht um die behördliche Teilnehmerzahl einzuhalten.

Sollte sich die Situation nicht bald entspannen, könnte es für manche Gesellschaften schwierig werden, die ordentliche Hauptversammlung abzuhalten?

Solange ein Versammlungsverbot besteht, geht dieses der Pflicht zum Abhalten der Hauptversammlung vor. Deshalb sind auch keine Zwangsstrafen zu befürchten, wenn die gesetzliche 8-Monats-Frist nach Ende des Geschäftsjahres überschritten wird. Denn die Pflicht zum Abhalten der ordentlichen Hauptversammlung wird durch die Pflichten nach dem Epidemiegesetz overruled. Es wird aber einer guten Corporate Governance entsprechen den Jahresabschluss, sobald er fertiggestellt und geprüft ist, auf die Homepage zu stellen und zur Abholung aufzulegen.

Könnte eine Aktiengesellschaft ihre Hauptversammlung nicht einfach elektronisch abhalten?

Eine rein virtuelle Hauptversammlung im Cyberspace lässt das Aktiengesetz derzeit nicht zu. Aber auch elektronische Kommunikationsmittel dürfen begleitend zur Präsenzversammlung nur eingesetzt werden, wenn dies die Satzung erlaubt. Fehlt die Erlaubnis der Satzung, muss daher zuerst in einer – physisch abzuhaltenden – Hauptversammlung die Satzung entsprechend geändert werden.

Zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass es empfehlenswert ist, elektronische Kommunikationsmittel zu verwenden?

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass elektronische Kommunikationsmittel ihren Beitrag dazu leisten, die Entscheidungsfähigkeit der Gesellschaft zu jeder Zeit sicherzustellen. Auf Grund anderer Gefahren sollte man nicht ausschließlich auf elektronische Kommunikationsmittel angewiesen sein; von vornherein auf sie zu verzichten kann aber von Nachteil sein.

Müssen nach der Aufhebung des Versammlungsverbots besondere Maßnahmen bei Hauptversammlungen ergriffen werden?

Es empfiehlt sich für ausreichende Hygienemaßnahmen zu sorgen, etwa auch durch das Aufstellen von Desinfektionsmitteln oder das Verteilen von Desinfektionstüchern.

Deutsche treffen sich zu Jahrestagung, um Corona zu diskutieren

Einigermaßen skurril finde ich das: In Deutschland will die Immobilien Investment Akademie (IIA) auf ihrer Jahreskonferenz Anfang April die Auswirkungen von Covid-19 diskutieren.

Konkret will sie „das Thema „Covid-19 und die wirtschaftlichen Auswirkungen“ in den Mittelpunkt der Tagung stellen“, heißt es in der Aussendung vom 10. März 2020. Die IIA erwartet rund 250 Teilnehmer.

Bei uns schließen Schulen, Museen, Unis etc. und die wollen sich in realiter treffen, um Viren schneller auszutauschen – eigenartig, die sonst so peniblen Deutschen … Aber immerhin, ein Tagungspunkt beschäftigt sich auch mit: „Szenarien bezüglich Firmen- und Privat-Insolvenzen“.

Heimo Rollett kauft eine Hose und geht mit sich essen

Der Vienna Airport gespenstisch still, der MIPIM-Bomber am Dienstag nach Nizza praktisch leer. Jede U-Bahn ist derzeit gefährlicher als nach Cannes zu fliegen. Die MIPIM ist abgesagt, ich schau es mir trotzdem an, weil als digitaler Nomade ist mir ja wurscht, wo ich arbeite. Und ich sag’s Ihnen: Es ist herrlich. So normal. Die Preise nur übertrieben und nicht komplett irre. Die Menschen entspannt, Touristen, wie sie an die  Côte d’Azur gehören. Nur ganz vereinzelt trifft man Immobilien-Typen. Kennt man auch ohne Bandl um den Hals sofort heraus, naja, eine eigene Spezies halt. Aber jeder hat Zeit, alles ist gelassener und die wenigen Gespräche, die ich führe, sind sehr gut. 

Zahlt es sich also aus herzufahren? Absolut nicht. Als Journalist finde ich immer Stoff zum Schreiben. Aber der dichte Terminplan, der die enormen Ausgaben rechtfertigen würde, kommt nie und nimmer zustande. Die Immo-Menschen muss man schon wirklich wie im Wimmelbild suchen.

Ich pflege unterdessen zum ersten Mal seit Anbeginn meiner MIPIM-Karriere, auch mal alleine was essen zu gehen, es zu genießen und weil diesmal sogar Zeit für ein Privatleben bleibt, habe ich mir eben spontan eine Hose gekauft. Die Nicht-MIPIM 2020 ist herrlich! À bientôt!

Ein Preis und viel Arbeit

Also, dass das Wall Street Journal den FIABCI Prix d’Excellence als “Oscar of the property world” bezeichnet, stimmt nur halb. Es handelt sich um eine bezahlte Anzeige, in der davon gesprochen wird. Und wenn wir schon von Qualität reden, wollen wir Promotion-Strecken und Redaktion schon auseinander halten.

Nichts desto trotz geht es bei dem Preis, der exzellente Immobilien auszeichnet, durch und durch um Qualität. Der Award wird weltweit verliehen, jedes FIABCI-Land entwickelt aber eigene Bewertungskriterien. Die klingen in Österreich durchaus sinnvoll. Eine zehnköpfige Jury bewertet die eingereichten Gebäude in fünf Kategorien (Wohnen, Gewerbe, Hotel, Altbau, Spezialimmobilien) mittels folgender Kriterien:

Projektkonzept, Projektentwicklung, Architektur, Nachhaltigkeit, Innovation und Nutzungsperspektiven, Integration in das Umfeld, Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Relevant, Projektabwicklung, Logistik und Prozesse, Finanzen, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Marketing und Kommunikation.

Dass das für die ehrenamtlichen Juroren nicht leicht ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als Jury-Mitglied des damaligen Austrian FM Awards ackerte ich mich durch unzählige Unterlagen, besichtigte sehr unterschiedliche Gebäude und versuchte in der Diskussion diese zu vergleichen und zu bewerten.

Da macht eine vielköpfige Jury und der Diskurs schon Sinn, um Herausragendes auszufiltern und auszuzeichnen. Und deswegen halte ich den FIABCI Prix auch für wichtig, denn neben häßlicher Investorenarchitektur gibt es auch geniale Immobilien, die die Nutzer ernst nehmen. Und die gehören voller Stolz vor den Vorhang!

Eingereicht können Projekte bits 3. Juni 2020 werden. Details hier.

DIE MIPIM IST ABGESAGT und vorerst auf Juni verschoben.

light+building abgesagt

Aufgrund der verstärkten Verbreitung des Coronavirus in Europa hat sich die Messe Frankfurt für die Verschiebung der Light + Building entschieden. Die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik findet jetzt neu zwischen Mitte und Ende September 2020 in Frankfurt am Main statt.

Another friendly Alien

Inmitten der Grazer Altstadt setzt das von Zaha Hadid geplante und der WEGRAZ realisierte architektonische Leuchtturmprojekt ARGOS avantgardistische Zeichen. Die City of Design ist um eine neue Sehenswürdigkeit und ein innovatives Beherbergungskonzept reicher. Letzte Woche wurde das spektakuläre Haus eröffnet. Dank der guten Zusammenarbeit mit allen Gewerken unter Generalplanung von Architekt Martin Cserni verkörpert ARGOS nun, knapp vier Jahre nach Baubeginn, die logische Fortführung der bewährten WEGRAZ-Philosophie: „Wertvolle Bauten zu erhalten, hochwertige Baukunst in der Stadt in der wir leben zu schaffen UND innovative Nutzungskonzepte zu realisieren“, so WEGRAZ Geschäftsführer Dieter Johs.

Kernnutzung des Hauses sind 21 servicierte Apartments mit einem, in dieser Form und Qualität in der Grazer Innenstadt einzigartigen Wohn- und Beherbergungskonzept. In den komplett ausgestatteten Apartments genießen ARGOS-Gäste privates Wohngefühl, gepaart mit exklusivem, individuell wählbaren Hotelkomfort – vom Frühstücks- bis zum Reinigungs- und Wäsche-Service, von Botengängen bis zum Concierge-Service …

Im Erdgeschoß hat der international erfolgreiche Innenausstatter CSERNI einen modernen Showroom eingerichtet. Individuelle Privatkunden und Architekten stoßen in der inspirierenden Atmosphäre des Gebäudes auf kompetente Beratung und eine umfangreiche Musterbibliothek. „Mit dem Cserni live Schauraum haben wir eine Anlaufstelle für unsere Kunden in Graz geschaffen, in der Muster und Materialen vor Ort kombiniert, gespürt und erlebt werden können“, freut sich Arch. Martin Cserni, Eigentümer der Cserni Group.

Sein Büro zeichnet auch für die Umsetzung des komplexen Gebäudes als Generalplaner verantwortlich. Es ist nicht das erste von Zaha Hadid geplante Gebäude übrigens, das Cserni gekonnt mit stilvoller Atmosphäre belebt. Der internationale Traditionsbetrieb mit steirischen Wurzeln fertigte ebenso das Interieur für das Library and Learning Center am WU Campus Wien nach den Entwürfen der weltberühmten Architektin wie auch wesentliche Teile des Innenlebens der Elbphilharmonie in Hamburg nach dem Design der Architekten Herzog & de Meuron. Zu weiteren Referenzen zählen etwa die Do & Co Allianz Arena in München, das Motto am Fluss, das Sofitel oder die OPEC in Wien.

Neben dem Kunsthaus hat Graz nun noch ein mutiges Gebäude, das mutig anders ist, aber sich dennoch in die Altstadt eingliedert – Respekt!

Fotos: WEGRAZ

Die höchsten Mieten

sind Mietwohnungen in Wien. Der durchschnittliche Quadratmeter-Angebotspreis liegt laut willhaben-Erhebung bei 19,3 Euro in der Inneren Stadt. Auf Platz zwei im Ranking der teuersten Durchschnittsmieten liegt Innsbruck (17,6 Euro) dann folgt Kitzbühel (16,2 Euro).

Family Offices wollen mehr Immobilien

Der durchschnittliche Immobilienanteil von Family Offices liegt bei 34 % und soll sich auf 36,5 % im Jahr 2021 und 42 % im Jahr 2025 erhöhen (zum Vergleich: bei Multi-Asset-Investoren ca. 10 %). Knapp die Hälfte der von Catella Befragten (46 %) ist schwerpunktmäßig im Bereich Core+ investiert.

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