Lage, Lage, Ausblick

Aussenansicht2_Visualisierung_Bellevue SonnleitenAn gute Grundstücke zu kommen, das ist wohl derzeit das Schwierigste für Bauträger in Wien. Verzweiflung macht sich langsam breit, was die Befüllung der weiteren Pipeline betrifft. Aktuell gibt es zumindest noch gute Lagen, wie das Projekt Bellevue Sonnleiten von SEESTE etwa zeigt. Im Hang, oben über der Krottenbachstraße, hat sich das Unternehmen ein Filetstückerl gesichert und errichtet hier nun der Lage angemessene Wohnungen. Das Wort Exklusivität ist für Johanna Seeber, Geschäftsführerin der SEESTE, eigentlich zu abgedroschen, es trifft aber durchaus zu. Große Räume, etwas mutigere Architektur und selbst im EG eine Wahnsinnsaussicht: der Blick über Döbling wird vom Kahlenberg, Leopoldsberg und Hermannskogel eingerahmt. Beim Spatenstich gestern bedankte sich Architekt Ernst Unterluggauer von uma, artig und gleichermaßen demütig: “Hier wurde uns der Druck von Anfang an genommen, dass wir alles bis aufs Letzte ausreizen. Das ist nicht überall so.” Dementsprechend sind auch nur 10 oder 11 Einheiten geplant. Unterluggauer ganz ehrlich:

“Üblicherweise bringen wir bei so einem Projekt 38 Wohnungen unter und die meisten davon haben kein Licht.”

Das ganze hat freilich auch seinen Preis. Für die kleinste Wohnung mit rund 67 Quadratmeter darf man 650.000 Euro überweisen. Dafür bekommt der zukünftige Eigentümer beste Ausstattung und sogar Kunst, die noch in das Haus integriert werden soll. Bei weitem nicht so elegant kommen da die beiden benachbarten Bauprojekte daher: Eines von der SÜBA, das andere Breiteneder Immobilien. Dennoch, die Lage im 19. bzw. der Markt rechtfertigen schmalzige Quadratmeterpreise auch bei diesen Projekten. Und der Verkauf läuft gut. Bleibt abzuwarten, was passiert, wenn die Grundstücke noch knapper werden und wann das Ende der Preissensibilität kommt.

Foto: Cordes Werbeconsulting GmbH

Kettenbruck – die virtuelle Blockchain-Gemeinde

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Werden Sie Einwohner von Kettenbruck! Das ist ein rein virtuelle Gemeinde, die man unter www.kettenbruck.at besuchen kann, und in dem man die unterschiedlichsten Anwendungen von Blockchains verstehen lernt und andere digitale Verwaltungsszenarien sieht. Super gemacht, finde ich. Das Ganze ist ein Projekt des Bundesrechenzentrums, gemeinsam mit einigen Projektpartnern (z.B. SAP, Cisco, Stadt Wien), die die einzelnen Sub-Projekte wie Digital Construction oder digitale Essensmarke dann weiter bearbeiten bzw. vielleicht sogar ausführen.

Das wird wieder spannend! Am 28. November 2018 findet die zweite FUTURE:PropTech in Wien statt, und seit letztem Jahr hat sich viel getan!

„Die Balance zwischen Theorie auf der Hauptbühne und Praxis in den Pitchboxen ist wichtig für den inhaltlichen Spannungsbogen der Konferenz. Das fachkundige Publikum hat somit reichlich Gesprächsstoff und das Netzwerken geht fast von alleine“, meint Ferdinand Dietrich, vom Veranstalter apti und Co-Founder von StoreMe.

Speaker werden u.a. sein:

  • Achim Jedelsky, Leiter Processes/IT bei Daimler Real Estate
  • Sebastian Kohts, Director Business Development von Wiredscore
  • Thomas Herr EMEA Head of Digital Innovation bei CBRE
  • Martin Bittner, Partner von Acccoi Partners
  • Or Perelman Co-Founder und COO von ChromaWay
  • Brendan Wallace, Co-Founder und Managing Partner von Fifth Wall
  • Taylor Wescoatt, Product Expert für Seedcamp

apti rechnet mit über 400 Teilnehmern, Details gibts hier.

Zweite Nische: Studenten neben Senioren

moserhofgasse_4Das Unternehmen Silver Living hat sich ja einen Namen gemacht, als Experte für betreutes Senioren-Wohnen. Jetzt hat man eine weitere Zielgruppe entdeckt – altersmäßig am anderen Ende der Skala: Studenten. In der Grazer Moserhofgasse investiert Silver Living gemeinsam mit dem Projektpartner ÖKO-Wohnbau SAW GmbH fast 31 Mio. Euro, um Mikrowohnungen für rund 220 Studierende zu bauen.

„Die Entwicklung der letzten Jahre in Österreich zeigt, dass Studentenwohnheime eindeutig im Trend liegen und nicht nur bei Studienanfängern, sondern auch bei Investoren als neue Assetklasse gefragt sind“

erklären unisono Walter Eichinger, Geschäftsführer vom Projektentwickler Silver Living GmbH, und Mag. Wolfgang P. Stabauer, Geschäftsführer der ÖKO-Wohnbau SAW GmbH.

Foto: Silver Living/www.sehorst.com

SO/ statt Sofitel Vienna: Ich kapier’ es nicht

Sofitel Vienna Stephansdom - 6599Ach, ich versuche es wirklich zu verstehen, allein, es gelingt mir nicht. Nun ist es offiziell eröffnet, das umgebaute Sofitel Vienna, das nun ein SO/ Hotel ist. Ich hatte das vor einem halben Jahr bereits erwähnt, aber dass es so wird, naja, das habe ich im Detail auch noch nicht gewusst.

Also, was es sein soll: ein “verspieltes, aber auch bewusst rebellisches Verständnis von Luxushotellerie”. Hm. Klingt wie aus einer Persiflage eines Marketingkonzepts. Ebenso die Zielgruppe der mit “edgy Designs” ausgestatteten Revitalisierung: “Socializer aus aller Welt”. Nächster Gag: “Auch DAS LOFT, seit Jahren eine feste Größe in der Wiener Foodie-Szene …” – ich mein, das kann doch nicht ernst gemeint sein, oder?

Auch ob bei der Namenswahl irgendwer an Suchmaschinen-Optimierung gedacht hat – ich weiß es nicht. Kann ja jeder selbst googlen, was bei “SO/” rauskommt. Immerhin, das ausgesprochen unangebrachte, weil komplett falsche “Stephansdom” ist aus dem Hotelnamen verschwunden.

Und sonst gibt es auch noch Hoffnungsschimmer. Ein neuer Chef de Cuisine versucht sein Glück in dem Lokal unter der Pippilotti-Rist Installation, es hat schon so viele Köche gesehen, da wäre es doch an der Zeit einmal einen länger zu binden. Sehr sinnvoll erscheint es, das Erdgeschoß mit einer Bar auszustatten. Das ist geschehen.

Also, wer sich selbst eine Meinung bilden will, der geht halt mal hin. Schaut sich an, ob die dezenten Farbakzenten die psychotische Monotonie der schwarz-oder-grau-oder-weiß-Idee von Jean Nouvell aufbrechen können. Oder besucht die Website, auf der unter anderem ein Zitat über das “avantgardistische Meisterwerk” zu lesen ist. Es stammt – und auch das zitiere ich wörtlich – vom “Generaldirektor”. Jetzt bin ich mir nicht sicher, aber irgendwie geht der Trend doch wo anders hin, oder?

Sofitel Vienna Stephansdom - 6599

Fotos: Abaca Corporate/Didier Delmas

Placemaking als Immobilienjob

Jonathan Doughty_ECE_1Jonathan Doughty hat einen interessanten Job, der – wie ich finde – wegweisend ist. Er ist neu bei der ECE für den Bereich Placemaking zuständig. Darunter versteht man die Schaffung von Freizeit- und Erlebnisorten. In seiner neuen Rolle soll er wesentlich dazu beitragen, die Non-Retail-Aktivitäten der ECE für ihr gesamtes Portfolio effektiver zu planen, zu integrieren und durchzuführen. Dazu zählen Sport-, Freizeit- und Entertainmentangebote wie Kinos, Bowlingcenter, Kletterwände, Sportflächen oder Trampolinhallen, die für noch mehr Entertainment und Erlebnischarakter in den Centern sorgen und diese, zusammen mit dem Gastronomieangebot, noch stärker als Orte zum Shoppen, Essen, Erleben und zur Freizeitgestaltung etablieren sollen. Klare Richtung: mehr Third Places, mehr Mischung aus öffentlichem Raum und EKZ oder auch Büro, mehr inhaltliches Programm für Immobilien. Spannend!

Foto: ECE

Wohnungspreise stagnieren fast

wohnzimmerIm Vergleich zum Vorjahr seien die Wohnungspreise im österreichischen Durchschnitt im 1. Halbjahr 2018 nur um 1 Prozent gestiegen, meldet RE/MAX Austria heute. Und das, obwohl die Nachfrage ungebrochen hoch ist, um 4 Prozent mehr Wohnungen wurden verkauft (gemessen an der Stückzahl, über 26.000 Einheiten). Der Wert der transaktionierten Wohnungen beträgt 5,54 Mrd. Euro.

Weitere Ergebnisse:
• exakt doppelt so viele Verbücherungen wie im 1. Halbjahr 2013
• Quadratmeterpreise im 5-Jahresvergleich um +30% gestiegen
• 192.475 Euro kostete eine typische Wohnung im 1. Halbjahr 2018
• ein Viertel der Wohnungen kostete weniger als 117.000 Euro, ein weiteres Viertel mehr als 260.000 Euro
• Wien mit einem Verkaufswert von beinahe 2 Mrd. Euro
• Wien, Steiermark, Oberösterreich und Vorarlberg mit mehr Verkäufen und höherem Verkaufsvolumen
• steigende Preise in Vorarlberg, Tirol, Burgenland, Oberösterreich und Wien
• Neubauanteil im Jahresvergleich geringer

 

Co-Working arbeitet sich nach Wien vor

Spaces_MenloParkSo, endlich gibt es einen ordentlichen Co-Working Anbieter in Wien. Spaces hat im Orbi Tower aufgemacht. Mal schauen, wie die Österreicher das annehmen. Bald wird auch Talent Garden kommen, wie Stefan Wernhart von EHL berichtet. In Europa – so das Ergebnis des aktuellen CBRE Occupier Survey 2018 – liegt der Anteil von Unternehmen, die „teilweise oder zu einem beträchtlichen Teil“ flexible und servicierte Büroflächen mieten würden, derzeit bei 30 %. Dieser Anteil werde in den nächsten drei Jahren auf 45% ansteigen, so die Analyse.

Eine andere Studie sieht ziemliche Differenzen zwischen den Generationen. Den nach 1980 geborenen Generationen ist es wichtiger (67 %), in einer inspirierenden Arbeitsumgebung zu arbeiten, als den nach 1964 geborenen Generationen (58 %). Weitere Ergebnisse der (von Spaces in Auftrag gegeben) Studie finden sich hier.

(Foto: Spaces)

Pop-Down Hotel

Neues Hotel bei der WiesnPop-Up war gestern, heute wird in München (rechtzeitig für die Wiesn oder auch für die EXPO) ein Pop-Down Hotel eröffnet. Und dann auch wieder geschlossen, jedenfalls ist der Betrieb des Hotel Krone, einer urbanen Jugendstilvilla, nicht für die nächsten 30 Jahre geplant. Vielmehr soll es “ein temporärer Hotspot, der für zweieinhalb bis drei Jahre zunächst mit Extravaganz eine junge bzw. junggebliebene und trendaffine Zielgruppe anspricht” sein.

Jedes Zimmer hat ein eigenes Konzept, wie etwa das Rock Zimmer, das New York City Zimmer oder den Asian Room und ein Surfer Zimmer. Für die Einrichtung und den Style sind Designer, Künstler und auch Studenten von der Kunstakademie München verantwortlich.

Charming Comfort View Rock Zimmer

Die beste Beschreibung ist wohl diese: Abgefahren, aber nicht übertrieben. Stylisch, aber nicht gewollt. Vintage, aber nicht shabby. Traditionell, aber dennoch dynamisch.

Es gibt 30 Zimmer, Lobby, Frühstücksraum und eine Bar sowie kleine individuell gestaltete Bereiche. Der Betreiber, Gastronom und Hotelier Alexander Lutz, wirkte auch schon am Lovelacemit.

hotel-krone-muenchen.de

228 Billionen Dollar

Immobilienwert weltweit

Alle Immobilien weltweit sind 228 Billionen US-Dollar wert, errechnete Savills. 168,5 Billionen davon entfallen auf Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien machen 32,3 Billionen aus.

PUNKTGENAU!

Ein fantastischer Text für die Einleitung des Real Tech Dialogs 2018, das trifft den Nagel auf den Kopf, finde ich:

Wir reden über Big Data-Analysen in Smart Buildings, aber 88% der Nebenkostenabrechnungen sind falsch.

Wir reden über Robotik, Dispruption und smart Buildings, aber die bestehenden, teuren Gebäudeleittechnikzentralen werden oft nicht genutzt.

Wir reden über Systemanforderungen und -entwicklung, aber die wenigsten haben aktuelle und gepflegte Daten über den Zustand ihrer Objekte.

Wir reden darüber, dass dank Sensorik nur noch da gereinigt wird, wo tatsächlich jemand gesessen hat, und dass nur noch so viel Fläche bereitgestellt wird, wie tatsächlich benötigt wird, aber jeder weiß seit Jahren, dass die Auslastung von Büros maximal um die 60% liegt. Bei allen!

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